Safari in der Eifel

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Gesammelte Wüstenkraft: 17 Safari-Klassiker auf eionen Streich

Gesammelte Wüstenkraft: 17 Safari-Klassiker auf eionen Streich

Damit wusste der Selfmademan trotzdem immer noch nicht, was das Auto eigentlich durchgemacht hatte. “Ich wollte das aber selber sehen – und als 2003 die Safari-Rallye als Classic-Version ausgeschrieben wurde, bin ich als Tourist mit meiner damaligen Lebensgefährtin Gabriele hingeflogen, um mir das anzusehen.”  Es kam anders: Ein britischer Bekannter nahm im Datsun 240Z teil, crashte bereits am ersten Tag und war am zweiten mit den Nerven fertig. “Dann bin ich da reingesessen,” dialektet Kurzenberger herrlich, nachdem Veranstalter Thatthi sein okay gegeben hatte. Nach weiteren 220 Kilometern kam ein Stoßdämpfer nach einem ungünstig genommenen Loch oben heraus, der Service flickte den Schaden notdürftig, denn “wir hatten kein Ersatzteil und kein gar nichts dabei…” In Uganda brach die Hinterasche nach einem Showdriftversuch des Autobesitzers vor begeisterten Zuschauern, der Schaden wurde mit Spanngurten begrenzt – tatsächlich kamen Kurzenberger und der nun glückliche Datsun-Besitzer schließlich irgendwann an. “Seitdem kann ich verstehen, warum ein von professioneller Hand geführter Safari-911 als Fast-Neuwagen so schief und schepprig sein kann und warum eine A-Säule nur aus Schrauben, Nieten und Schweißnähten besteht. Das kommt eben alles vom Improvisieren.”

Zwei Jahre lang musste sich der Handwerker von der finanziellen Belastung erholen, bis er sich ans Restaurieren der Nummer 41 machte. Der Wagen war erst 2005 fertig.
Natürlich hatte die Porsche-Szene Kurzenbergers Engagement wohlwollend zur Kenntnis genommen, “und so kam der zweite Wagen, die Nummer 19, von selbst auf mich zu.” Eigentlich hieß es nämlich, beide 1973/1974-Porsche seien in Kenia zurückgelassen worden, doch das stimmte nicht: 1975 kaufte das deutsche Rennteam Köhler & Rack ganz legal Waldegaards Nummer 19 von 1974, befreite sie von jeglichem Safari-Ballast wie Dachgarten und Kuhfänger, nahm die erhöhte Bodenfreiheit von zehn Zentimetern zurück, lackierte sie um und setzte sie bei “normalen” Rallyes ein. Nur die beiden seitlichen Wagenheber-Bügel verrieten den einstigen Auftrag. So gewann das Auto zum Beispiel die Tour d’Europe – und kein Zuschauer ahnte etwas von der Historie des Porsche.

Kleine Probleme am Kurzenberger-Porsche sind schnell behoben

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Auch Kurzenberger lässt es fliegen - er schont niemanden

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Auch ein Erlebnis: Jahrtausend-Rallyefahrer Walter Röhrl im Opel Ascona 400

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Heiratsantrag auf der Rampe

Seit 1979 vegetierte der arme Stuttgarter mit Motorschaden in einer Garage vor sich hin. “Aber da stand auch alles, was vorher ausgebaut wurde: der originale Tripmaster, Unterfahrschutz, Motor und Getriebe, sogar noch original verplombt. Als ich das gesehen habe, wollte ich ihn besitzen.” Bevor er ihn 2006 dann wirklich erstand, machte er nach der Zieldurchfahrt bei der “Safari Classic” auf der Rampe auf dem Dach seines Peugeot 504 Saloon seiner Freundin Gabriele einen Heiratsantrag. 2006 verließ er mitten während der “Langenburg Historic” die Vorgaben des Roadbooks und steuerte eine Kirche an, heiratete sie im Overall und nahm mit Zettel “just married” im Auto und einer Kette von leeren Dosen am Auto wieder am Renngeschehen teil.

Noch im gleichen Jahr hatten seine vierteljährlichen Anrufe beim 911-Besitzer gefruchtet: Er konnte den 42er-Zwilling haben. Er holte alles ab und baute alle Originalteile wieder ein, und zwar “bis zur letzten Schraube, die noch Lack dran hatte. Denn eine neue kann ich immer nehmen, aber wenn das Original weg ist, ist es weg…”

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