Mit einem PS durch Arizona

Auf dem Rossrücken in die Wüste

In der Wüste hilft einem das Pferd, nicht zu sterben

Und schließlich noch mit einem Haken die Hufe auskratzen, damit sich dort kein Fremdkörper verstecken kann. Und wie bekomme ich so ein Pferdebein hoch? „An der Ferse leicht von oben nach unten streichen,“ sagt Elaine. Und sie hat Recht. Zum ersten Mal in meinem Leben gibt mir ein Klepper Pfötchen. Ok, so ein Auto scheint mir da zwar etwas pflegeleichter, aber der Start prickelt dafür nicht mehr so doll wie jetzt…

Weiter mit Theorie: Ich lerne einen bestimmten Knoten für den Strick des Halfters, mit der das Tier während des Bürstens an das Gatter gebunden wird. Das Seil muss sich nämlich mit einem Griff lösen lassen, falls das Pferd aus irgendeinem Grund panisch wird. Und wenn das Zaumzeug angelegt wird, das Ende des Halfters über das Gatter legen. „Dann denkt das Pferd, es sei noch angebunden…“

Jelly Bean bekommt eine Decke, dann darf ich den gut zehn Kilo schweren Sattel auf ihren Rücken werfen, die Lederriemen (nach Anweisung) festzurren und aufsteigen (dazu mit der rechten Hand am Sattel anfassen, mit der linken in die Mähne greifen, Schwung nehmen und hoch). Und auch gleich wieder korrekt absteigen: rechter Fuß aus dem Steigbügel, Körper über den Sattel legen, linker Fuß aus dem Steigbügel (damit man nicht aus Versehen hängen bleib) und runterrutschen. Ich muss gestehen, wenn ich aus Kleinwagen aussteigen, sieht das auch nicht eleganter aus.

Ab in die Arena – „und immer am Zaun entlang!“ Woher weiß der Gaul das? Und wo ist das Lenkrad? Gas? Bremse? Irgendeine Wegreitsperre vorhanden? Galoppomat? Trampelpfadhalteassistent? Abwerfmeter?

Elaine hält mich zu Recht für völlig autoverseucht, hat aber Mitleid mit dem City Slicker: „Gas geben mit leichtem Druck der Hacken – die Zehen sollten übrigens immer nach oben und nach außen zeigen. Bremsen: an den Zügeln ziehen.“ Mit der Zunge schnalzen oder laut „Hooooooo“ rufen ist übrigens kein Befehl, sondern für das Pferd nur eine freundliche Ankündigung, dass jetzt eventuell der Wunsch nach Tempo oder Verzögerung besteht. Na toll – habe ich alle Cowboyfilme umsonst geguckt. „Nach links oder rechts: Zügel nach links oder rechts schwenken – das Pferd merkt den Zug am Hals und folgt. Und jetzt los.“

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