Gangsters Paradise

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Überschaubares Interieur: 1953 war man noch nicht so anspruchsvoll. Das weiße Bakelit-Lenkrad ist eine originale Option. Interessant die hölzernen Sonnenblenden Da hätte sich auch Al Capone wohl gefühlt: An Platz mangelt es im Fond nicht

Doch statt das Projekt zu beerdigen entschloss er sich zu einer Vollrestauration – inklusive Umlackierung auf Schwarz („So ein Traction Avant muss einfach schwarz sein…“). Vor zwei Jahren ließ er Motor, Kupplung und Vergaser überholen, und auch das Getriebe ist relativ neu – nachdem er das Auto einem Freund überließ und der den ersten Gang reinrammte, als das Auto noch rollte. „Geht gar nicht,“ weiß Hammer, „der erste Gang ist nicht synchronisiert und darf nur bei völligem Stillstand eingelegt werden.“

Auch sonst besitzt ein 11 CV ein paar Eigenarten. So ist zum Beispiel das Gaspedal ein kleiner Stummel im Fußraum. Die Fronttüren sind an der B-Säule angeschlagen, also so genannte „Selbstmördertüren“, die Heizung funktioniert durch einen (bei Hammers Auto nicht vorhandenen) Schlauch, der vom Kühler in den Fahrerfußraum führt. Aber sonst ist ein 11 CV ein echter Hammer: Nur wenige Autos aller Zeiten vereinen so viele Innovationen auf einmal.

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Das ist hauptsächlich einem jungen Ingenieur namens André Lefèbvre zu verdanken. Der Techniker wechselte im Mai 1931 von Renault zu Citroën und fand in Firmenchef André Citroën einen Mann, der genauso Technik versessen war und ihm seine genialen Eskapaden finanzierte. So packte Lefèbvre im Nachfolger des Citroën Rosalie die großen Gewichte „Motor“ und „Getriebe“ nach vorne. Dann konstruierte er die Vorderräder als Antriebs-räder, was dank der Ideen des Gerolamo Cardano möglich war. Der Italiener hatte bereits im 16. Jahrhundert das Problem gelöst, wie man mit Hilfe eines geeigneten Gelenks eine Drehbewegung gleichförmig übertragen kann bei zwei in veränderlichem Winkel zueinander stehenden Wellen. Voilà: Der „Traction Avant“ durfte dank Kardangelenken leben.

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