Christiane Kregel-Kähler: 1977er Jaguar XJ6 L

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Christiane Kregel-Kähler: 1977er Jaguar XJ6 L

Christiane Kregel-Kähler und ihr Mann Dieter Voß aus Moorrege leben ihre Autoliebe. Sie erinnert sich genau, wie der XJ6 im Oktober 2012 bei ihrer Oldtimerwerkstatt Vosswerk ankam …

Ein Freund der Besitzer hatte den Oldtimer zu uns gebracht. Er stand die letzten 17 Jahre in einer Garage, hatte originale 4330 km und sollte nun verkauft werden. Die Werkstatt stellte einen schlecht reparierten, leichten Unfallschaden fest, worüber die Besitzer völlig fassungslos waren. Der Jaguar hätte die ganze Zeit in der Garage gestanden und wäre nur ab und zu vom inzwischen verstorbenen Vater und der Mutter bewegt worden. Die Familie war überzeugt, dass Vosswerk sie betrügen wollte. Den Wagen wollten sie nun nicht mehr verkaufen und ihn abholen. Ich ahnte ihre Beweggründe, denn wenn ich mit meinem Jaguar nur zum Auffrischen in eine Oldtimerwerkstatt fahren würde und die mir dann von einem angeblichen Unfallschaden berichten, würde ich zum gleichen Ergebnis kommen: Betrug! Wir führten ein langes Telefonat. Die Tochter erzählte mir, dass der Wagen ein Geburtstagsgeschenk ihres Vaters an ihre Mutter gewesen war. Der war er aber zu groß, weshalb er nur äußerst selten bewegt wurde. Alle zwei Jahre wurde er zu Inspektion und TÜV in eine Werkstatt gefahren. Der Unfall wurde durch einen weiteren Gutachter bestätigt und nach intensiver Suche wurden dann doch Unterlagen gefunden, aus denen eine sehr große Reparatur im Jahr 1978 hervorging. Es musste etwas repariert worden sein, was nicht unter die noch gültige zweijährige Garantie fiel …!?

Ich weiß, dass mein Mann den XJ6 L über alles liebt. Er hatte schon mal einen, den er komplett restaurierte, ihn aber wieder verkaufte und bis heute bereut. Als feststand, dass der Jaguar trotzdem verkauft werden sollte, nahm ich ohne das Wissen meines Mannes nochmals Kontakt zu den Besitzern auf und bat sie, mir den Wagen zu verkaufen. Und es klappte! Nur mein Mann durfte nichts davon erfahren und der Wagen sollte  bis zum 24.12. fahrbereit sein…. Unser genialer Schachzug: Die Vorbesitzer teilten Dieter mit, der Wagen sei an einen Freund verkauft und dieser wolle, dass Vosswerk ihn durchrepariert. Mein armer Mann war darüber sehr enttäuscht, er tat mir fast leid. Es lief wie am Schnürchen: Reparatur, TÜV, Oldtimerversicherung und alle, auch meine 6 Kinder, die als einzige noch davon wussten, hielten konsequent dicht. Mein Mann ahnte nichts und die Überraschung an Weihnachten war perfekt: Seine Fassungslosigkeit, als er „seinen“ Jaguar im Garten entdeckte, werde ich nie vergessen. Heute gehört der Wagen ganz fest zur Familie und wir lieben ihn sehr. Den Tachostand von 4330 km gibt es schon lange nicht mehr, dafür aber viele Geschichten über tolle Touren mit dem Jaguar, meinem Mann und unserem Sohn Timm.

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