Danish Beach Racing – Rømø Motor Festival

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Danish Beach Racing – Rømø Motor Festival

Lange träumten Thomas Toft Bredahl und Carsten Bech davon, die Geschichte des dänischen Oldtimersports, insbesondere des legendären Strandsports, wiederzubeleben. 1919-1924 waren einige der legendärsten Rennfahrer, die Europa zu bieten hatte, zu Gast auf der Insel Fanø. Mercedes, Citröen, Fiat, Opel und viele mehr waren vertreten, fast alle in den Händen privater Draufgänger. Die Strandrennen wurden durch den tragischen Tod eines 15-Jährigen jäh beendet, hervorgerufen durch einen Reifenschaden am Bluebird-Renner von Sir Malcolm Campbells, der mit über 130 Meilen pro Stunde auf der 1 km langen Strecke Geschichte schrieb.

Vor vier Jahren gelang es Thomas und Carsten, gemeinsam mit Steffen Sonnberg, Finn Andresen und Holger Sonnberg, eingeschworenen Enthusiasten aus der Hot Rod & Custom Community, die erforderlichen Genehmigungen für ein Rennen im Vintage-Stil auf der Insel Rømø zu erhalten. Wie Fanø bietet auch Rømø einem extrem breiten und langen Strand mit harter Oberfläche. Natürlich werden hier keine Geschwindigkeitsrekorde mehr aufgestellt, dafür liegt der Fokus auf einer echten Zeitreise mit Autos und Motorrädern aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, ganz im Stil und der Technik bis 1947.

2019 feierten die Organisatoren mit 56 teilnehmenden Motorrädern und 57 Autos aus 13 Ländern ein Jubiläum: 100 Jahre Danish Beach Racing. Unter anderem reiste Chris McGregor aus Oklahoma City, USA, mit seiner 1942er Harley-Davidson WLA an und die bekannten Hot Rodder Andreas Ullstein und Ken Robinson kamen mit ihren Ford T Roadstern „Bonnie & Clyde“ aus Spanien, um sich am Strand mit anderen Enthusiasten aus ganz Europa zu messen. Am Ende errangen alle drei in ihren einzelnen Renn-Kategorien sogar noch eine spezielle Ehrung: die der weitesten Anfahrt zum Festival. Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich mehr als 35.000 Zuschauer auf den Weg gemacht, um das Vintage-Strand-Spektakel zu sehen. Spätaufsteher zahlten einen hohen Preis: Wartezeiten im Stau von 3 bis 5 Stunden, um überhaupt auf die Insel zu kommen, waren noch harmlos.

Die Startaufstellung zum Rennen ergab sich zufällig. Jeder durfte sich so oft anstellen, wie er wollte. Allen voran Krister Lindblom aus Schweden und Morten Jønsson aus Dänemark, die beiden eingefleischte Hot Rodder liefern sich schon seit Jahren Duelle. In diesem Jahr schnappte sich Krister Lindblom die Trophäe des Schnellsten am Strand, er wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h gemessen.

Andreas Ullstein erzählte uns im Fahrerlager, dass es hier nicht allein ums Rennfahren geht, „es sind die gewachsenen Freundschaften zwischen den Fahrer, die Atmosphäre, die Location und die Zuschauer, die dieses Event zum Besten seiner Zunft in Europa haben wachsen lassen“, so der Hot Rodder aus Spanien. Obwohl Andreas schon nach kurzer Zeit einen kapitalen Getriebeschade erlitt, wird er trotzdem im nächsten Jahr wieder am Start sein. Logo.

Jahr für Jahr stemmt die Organisation das Rømø Motor Festival eine Riesenaufgabe: nur 15 Männer und Frauen als Rennleitung am Strand dazu 30 Freiwillige auf dem Festival-Gelände im benachbarten Skærbæk. Hier fand unter dem Jubel tausender Zuschauer im Vorfeld auch die technische Abnahme der Renner statt. Fazit? Ein großer Spaß, eine coole Zeitreise und eine erfreulich disziplinierte Community: Alle Teams haben den Strand im einwandfreien Zustand verlassen. Mit ein Grund, warum viel mehr Gemeinden solche Veranstaltungen machen sollten. Die Hot Rodder Andreas und Ken sind im nächsten Jahr jedenfalls wieder dabei, das steht heute schon fest.

Fotografen: Stefan Sell, Jan Leichsenring und Robert Hunter
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