Die young but late: Bonnie & Clyde Vintage Hot Rod Racing

Vom „Bonnie & Clyde Vintage Hot Rod Racing“ haben wir ja schon häufiger berichtet. Doch 2019 lassen es Andreas Ullstein und Ken Robinson aus Spanien richtig krachen. Nach langer Planung haben sie die „Die Young But Late“ Tour 2019 ins Leben gerufen

7 Monate und 8 Events quer durch Europa: Seit April 2019 touren die beiden Vintage Racer samt den Hot Rods „Bonnie & Clyde“ und ihrem 18-Tonner MAN „Fred“ durch Europa. Am Anfang dieses etwas anderen Trips standen die „Vintage Nationals“, organisiert von der Vintage Hot Rod Association (VHRA) auf dem Santa Pod
Raceway in Podington, England, seit 1966
 Europas erste permanente Rennstrecke ausschließlich für Drag-Racing-Wettbewerbe. Bei zwei Grad plus eisiger Kälte hat Ken mit Bonnie, einem 
4-Banger Ford T Roadster von 1927, eine Höchstgeschwindigkeit von 101 km/h erreicht. Andreas mit Clyde, einem Ford T Roadster mit V8-Flathead von 1922, war etwas schneller unterwegs und erreichte 124 km/h. Wenn man bedenkt, dass die Rennserien, in denen sich die beiden Hot Rods bewegen vorschreiben, dass Motoren, Getriebe, Achsen, Chassis und Karosserie vor 1940 hergestellt wurden, stellt das diese Resultate in ein ganz besonderes Licht. Die nächste Veranstaltung folgte auf der Insel, „Race The Wave“ in Bridlington, Yorkshire. Ein Strandrennen mit viel Spaß rund um die tollkühnen Kerle in ihren fliegenden Kisten.

Mitte Juni traf sich nun eine erlesene Gruppe von 145 Hot Roddern im legendären Pendine Sands in Wales, wo die VHRA ihre alljährlichen Hot Rod Rennen veranstaltet. Der Strand wird bereits seit den 1920er-Jahren als Strecke für Rekordversuche mit Rennwagen genutzt. Die Länge von elf bolzengeraden Kilometern boten genügend Strecke zum Beschleunigen der Fahrzeuge bis zu den festgelegten Kilometer- und Meilendistanzen. Malcom Campbell stellte am 24. September 1924 mit 235,215 km/h eine neue Bestmarke für den Landgeschwindigkeitsrekord auf. Dreimal brach Campbell auf Pendine Sands den Rekord, zweimal war es J. G. Parry-Thomas. Seinen dritten Versuch bezahlte letzterer mit dem Leben, als sich sein Wagen am 3. März 1927 überschlug. Die Trümmer des „Babs“ vergrub man an Ort und Stelle im Sand. Campbell wich für weitere Rekordversuche zunächst Daytona Beach aus, anschließend auf die Salzpisten der Bonneville Flats in Utah. Erneut in die Presse geriet Parry-Thomas’ Tragödie, als 1969 das Wrack des Wagens ausgegraben und eine aufwändige Restaurierung beschlossen wurde. Der Wagen befindet sich heute im Besitz des Pendine Museum of Speed.

Nun hat sich Andreas mit seinem 1922 Ford T in die Liste historischer Racer eingetragen und mit 138 km/h seinen eigenen Rekord auf Sand aufgestellt. Neuer VHRA „King of the Beach 2019“ wurde Marcus Bennett mit der Startnummer 500, er gewann die begehrte Krone mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 194 km/h. Und es geht weiter. Die „Die Young But Late” Tour führt die beiden zu zwei weitere Events nach Schweden, dort wartet der Roadster Club Scandinavia mit dem RCS 4 auf die Jungs. Dann geht es weiter zum A-Bomber Old Style Weekend in Uddevalla, bevor Dänemark mit der Insel Rømø an der Reihe ist. Dort nehmen Andreas und Ken am wohl größten Vintage Spektakel teil, dem Rømø Motor Festival. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 120 Teilnehmer an den Inselstrand, um sich zu messen. Unglaubliche 20.000 Zuschauer rundeten das Ganze ab.

Text: Marion Kattler-Vetter, Fotos: Robert Hunter

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