Fastlane mehr als nur ein Mustang

Über die Geschichte des Mustangs wurde schon mehr geschrieben als über die Affären bestimmter Celebrities. Also lassen wir das einfach mal weg. Denn über diesen hier gibt es wirklich Anderes zu berichten

am022012_7037_fastlane_00Fastlane – der Name ist bei Marcus Pfeil aus Ried in Österreich Programm. Nicht nur, dass Pfeil auf schnelle Autos steht – sein ganzes Leben spielt sich auf der Überholspur ab. Der gelernte Lackierer mauserte sich im Laufe der Jahre zu einem der besten Custompainter in Europa und hat neben unendlich vielen Bikes auch diversen anderen Dingen zu einem einzigartigen Aussehen verholfen. Die von ihm lackierten Bikes räumen schon seit Jahren auf den Shows in der ganzen Welt die besten Preise ab. Sogar auf die SEMA wird Pfeil inzwischen eingeladen – und ist in den Kreis der Auserwählten aufgenommen worden.

Ein Mustang war schon immer Pfeils Traum, der seine Alltagsgeschäfte in einem Audi RS 4 oder einem R8 erledigt. Entsprechend hoch war auch der Anspruch an seinen Mustang, den er nicht (wie man vermuten könnte) in perfektem Zustand kaufte. Nein, er fand sein Objekt der Begierde an der Westküste der USA gemeinsam mit dem US-Car-Spezialisten Rudy Kerschbauer, der sich später auch um die Technik des Mustangs kümmern sollte. Der Fastback war in einem recht guten Zustand, allerdings fehlten Motor und Getriebe. Die Innenausstattung war von der Sonne sowie von Nagetieren heimgesucht worden. Statt zu verzweifeln freute sich Pfeil darüber – genau so etwas hatte er gesucht. Denn der Antrieb sollte letztendlich standesgemäß sein, die Bremse sollte der eines modernen Autos entsprechen und den Innenraum wollte er auch neu gestalten. Es sollte schlicht ein Super-Musclecar “Made in Austria” werden.

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Aus jedem Blickwinkel ein Sahnestück – sauberer gehts nicht. Das gilt auch für den V8

Nachdem die Karosserie vom Rost befreit war, machte sich Pfeil mit Kerschbauer daran, alle Schweißnähte zu glätten und sämtliche Zierleisten, Sicken und die Regenrinnen zu entfernen. Die Türgriffe wurden versenkt, eine Hutze auf der Haube angefertigt und zudem wurden die seitlichen Luftschlitze zugeschweißt und gespachtelt, um die Karosserie vollständig zu glätten.

Während der Karosseriearbeiten wurde vorsorglich etwas Platz geschaffen, um später die 18-Zoll-Räder unter die Karosserie zu bekommen.

Zwischenzeitlich war man sich auch über die Motorisierung im Klaren, so dass der Mustang vor der Lackierung zu diversen Anpassungsarbeiten zu Kerschbauer kam, um den Lack später nicht zu beschädigen. So passte ein Sattler das neue Armaturenbrett, die Sitze und die speziell angefertigten Türverkleidungen an, während sich die beiden Hauptprotagonisten um die versenkten Stoßstangenhalter, den Kühlergrill und die Motorhalterung kümmerten. Nach diversen Modifikationen, konnte Pfeil endlich seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich seinem Spezialgebiet, dem Lack, widmen.

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Von 1967 ist fast nur noch das Design – der Rest wurde modernen Ansprüchen angepasst

Als Basis diente ein verfeinerter Lack, der eigentlich auf einer Dodge Viper GTS verwendet wird. Damit lackierte er die Karosserie und den Innenraum. Die Streifen wurden in aufwendiger Schleif- und Lackiertechnik aufgebracht und mit Linierungen und Schatten abgerundet. Im Anschluss erhielt der Mustang sechs Schichten Klarlack, die der Farbe eine unglaubliche Tiefe verleihen.Nun war die Basis geschaffen, so dass Kerschbauer die gemeinsam ausgesuchten und zum Teil neu angefertigten Teile montieren konnte.

Als Antriebseinheit sollte ein getunter 351 cui (5.750 ccm) Ford-Cleveland-Motor dienen, der nun mit Edelbrock-Nockenwelle, Thunder-Ver-gaser und anderen guten Zutaten etwa 300 PS an das überholte Ford-FMX-Getriebe drückt. “Wer schnell fährt muss auch gut Bremsen” ist die Devise, was in diesem Fall vorn und hinten durch 13-Zoll-Scheibenbremsen mit Vierkolben-Bremssätteln erledigt wird. Die überdimensionale Bremsanlage macht natürlich den Einsatz großer Felgen notwendig, was dem Mustang sehr gut steht – das passt zum Plan, das Auto auf keinen Fall originalgetreu zu restaurieren.

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Die 18-Zoll-Felgen mit 275er-Bereifung hinten und 225er-Schlappen vorn sind eine Einzelanfertigung von MÖZ Wheels aus den USA – ganz in Schwarz-Chrom gehalten.

Letztendlich wurde auch noch das Fahrwerk entsprechend modifiziert. Alle beweglichen Teile sind bei dem Fastlane Mustang in Polyurethan-Buchsen gelagert, das Wildpferd steht auf Kayaba-Gasdruckstoßdämpfern. Pfeil passte schließlich eine spielfreie Unisteer-Zahnstangenlenkung an.

Das Ergebnis ist nicht nur optisch ein Leckerbissen, wie die Probefahrt offenbart. Der Mustang liegt wie ein Brett auf der Straße, er läuft nicht wie üblich allen Spurrillen hinterher und beim Bremsverzögern zuverlässig. Besonders beeindruckend ist jedoch die Leistungsentfaltung des Motors, der in jedem Drehzahlbereich bereitwillig Gas annimmt, ohne sich zu verschlucken. Die Karosserie macht keine Anstalten, sich zu verwinden. Und dass man keine Klappergeräusche hört liegt nicht nur am guten Sound des Auspuffs, sondern daran, dass wirklich keine vorhanden sind.

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Klarer Fall: Bei diesem Projekt waren zwei echte Spezialisten am Werk. Das Ergebnis ist das erwünschte echte “Made in Austria Musclecar”.

www.marcuspfeil.com
www.asp-austria.at

MUSTANG FASTLANE 1967
Erstzulassung: 1967
Kilometerleistung: 1.500 km nach Neuaufbau
Motor: 5.750 ccm V8 Cleveland
Leistung: ca. 300 PS
Höchstgeschwindigkeit: mehr als 200 km/h
Kraftstoffart: Super
Antrieb: Hinterrad
Getriebe: Ford FMX Automatik
Gewicht: 1.440 kg
Länge: 4.620 mm
Breite: 1.810 mm
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung
Hinterradaufhängung: Starrachse
Bereifung: 225/40 R18 vorn, 275/40 R18 hinten
Sonderausstattung: Karosserie gecleant, Sportfahrwerk, Motortuning, Speziallack, B&M Shifter
Bilder: Frank Sander

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