Gipfeltreffen: Dodge Challenger Hellcat – Shelby Super Snake Mustang – Corvette C7 Grand Sport Z06

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Gipfeltreffen: Dodge Challenger Hellcat – Shelby Super Snake Mustang – Corvette C7 Grand Sport Z06

12 Uhr mittags. Auf dem leergefegten Track der Bispinger Kartbahn lauern zwei bärenstarke Muscles und ein auf Rennstrecken-Performance getrimmter Supersportscar auf ihren Einsatz. Kann man nicht vergleichen? Wollen wir auch gar nicht. Denn in mindestens einem Punkt sind die drei Ikonen absolut unangreifbar: Sie sorgen zu 100% für den Adrenalinkick

Challenger SRT Hellcat Widebody: Retro at its best

Der Schriftzug „Hellcat“ mag noch nicht jeden beeindrucken, aber spätestens beim Anblick der riesigen Dual-Snorky-Hutze auf der Motorhaube wird klar, dass es sich hier um kein Schmusekätzchen handelt. Die sprungbereit geduckte Haltung, das Grollen aus den Tiefen des V8 – alles nur Show? Nein! Diese Höllenbrut entfesselt rund 727 kompressoraufgeladene PS und fette 880 Nm Drehmoment aus dem 6.2-Liter HEMI V8. Damit der Ausritt nicht jenseits von Eden endet, kann die Power über den Zündschlüssel begrenzt werden. Im abgeregelten Modus darf der V8 nur bis 4.000/min drehen und rund 500 PS freisetzen. Zudem werden die Launch Control abgeschaltet, das ESP auf die schärfste Stufe fixiert, die Schaltpaddel deaktiviert und der Fahrmodus auf Street festgesetzt. Ein Wechsel in den scharfen Modus ist nur mit einer vierstelligen PIN möglich. Der Challenger hat auch in der dritten Generation die Mopar-Gene deutlich bewahrt. Sein schlichtes Rezept: schiere Power, bei der nur eine Zeit zählt – die auf der Viertelmeile.  Für angemessenes Fahrverhalten im ewigen Kampf mit Mustang und Co. – natürlich im Off-Limits-Modus –  sorgen die breite Spur unter der Wide-Body-Karosserie, eine Felgenbreite von 11 Zoll und 305er-Puschen. Hitverdächtig: Im Schiebebetrieb bollert der Motor basslastig nach, was Unbeteilgte schon mal verschrecken kann. So what. Wer in einem Hellcat sitzt, hat ein ausgeprägtes Ego. Und Bock auf Show.

Dodge Challenger SRT Hellcat Widebody

Motor: Kompressor-Hemi-V8
Hubraum: 6.166 cm3
Leistung: 535 kW (727 PS) bei 6.000/min
Max. Drehmoment: 881 Nm bei 4.000
Getriebe: TorqueFlite® 8-Speed Automatikgetriebe
Antrieb: Hinterräder
Länge/Breite/Höhe: 5.018/1.923/1.416 mm
Gewicht: 1.887 kg
Sprint 0–100 km/h: 4,0 s
Top-Speed: 320 km/h
AEC Grundpreis: 63.700 Euro
https://aeceurope.com/de/

Shelby Super Snake Mustang: King of Cool

Shelby steht für satte Leistung und Super Snake für die Krönung des Ganzen. 750 PS aus einem kompressorbewehrten V8 geben dem Mustang die Sporen und katapultieren ihn in die oberste Liga. Gut so, denn er hat einen gewaltigen Ruf zu verteidigen, der erste Super Snake wurde 1967 von Carroll Shelby gebaut und ist längst Legende. Optik, Performance und Fahrwerk wurden seitdem deutlich neuzeitlicher,  Motorhaube mit mächtigem  Powerdome,  Kotflügel, Spoiler, Splitter und Schürzen tragen optisch dick auf und machen den Super Snake noch bissiger. Es scheint. dass es wieder in Mode ist, Autos einen dicken Hintern zu verpassen. Der Super Snake im Widebody-Trim wuchs um 6,5 cm an der Vorderachse und ganze 10 cm hinten. Den dicken Backen wurde natürlich auch der Seitenschweller angepasst. Mag das Pony auch Fett angesetzt haben: die Performance ist untadelig, der Mustang kommuniziert noch direkter mit dem Fahrer und macht seinen zwei Streifen alle Ehre, wenn er leichtfüßig und wunderbar tief-bassig grummelnd davon gallopiert. Wie in alten Zeiten, Carroll Shelby hätte seine Freude daran! Auch launchcontrolliert, mit elektronisch eingepegelter Optimaldrehzahl brüllt der Super Snake aus dem Stand davon und macht dem Mann am Volant die Freude, mal wieder richtig arbeiten zu dürfen, Teil der Maschine zu sein. Ein echter Klassiker, da kann auch das neue Outfit nichts dran ändern. Ein Nachteil? Sicher nicht …

Shelby Super Snake Mustang

Motor: Kompressor-V8
Hubraum: 4.951 cm3
Leistung: 552 kW (750 PS) bei 6.000/min
Max. Drehmoment: 881 Nm bei 4.000
Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Hinterräder
Länge/Breite/Höhe: 4.790/1.916/1.377 mm
Gewicht: 1.916 kg
Sprint 0–100 km/h: 3,5 s
Top-Speed: 288 km/h
Grundpreis: 114.900 Euro
https://www.shelby.eu/

Alle Shelby Modelle ( GT, GT-H und Supersnake ) basieren auf europäischen Mustangs und werden bei Techart in Leonberg, Deutschland gebaut. Mit TÜV und 36 Monaten / 100.000km Garantie, sowie Shelby CSM Nummer

Corvette Grand Sport C7 Z06: Ready to Race

Kraftvoll, athletisch, elegant: neben den raubeinigen Muscles wirkt die Corvette geradezu filigran. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Der Übersportler aus dem Hause GM wurde für die Rennstrecke konzipiert. Statt Experimente an der Motorisierung vorzunehmen, hat Chevrolet die Spur für mehr Kurvenspeed in die Breite gezogen, Keramikbremsen, Semislicks und 20-Zöller verbaut. Der Grand Sport kombiniert den Antrieb des Stingray mit dem Querdynamikrahmen des Z06, wie es aussieht, ein perfektes Match. Beim Losfahren bollert, ballert, brodelt und trommelt der Grand Sport wie einst die Ur-Vette,  lässt sich die Gänge mit derselben Unbarmherzigkeit ins Getriebe rammen, und auch das direkte Ansprechen, der satte Durchzug und dieses irre Gefühl, wenn der Kurzhuber hochdreht, sind für Vette-Erprobte nichts Neues. Fahrdynamisch bist du aber in einer anderen Welt. Noch nie war die Corvette so zugespitzt, ausgefeilt und radikal wie der Grand Sport, da hat sich mächtig was getan. Geblieben ist der Nervenkitzel, wenn Grip und Kraft miteinander kämpfen, neu ist die beruhigende Gewissheit, dass die Fuhre beherrschbar bleibt.Das Schöne: Bei Bedarf nimmt einen die Vette dabei ein bisschen an die Hand. Denn neben den verschiedenen Fahrprogrammen gibts auch eine einstellbare Traktionsregelung, ein aktives System, das feinfühlig, in Echtzeit und punktgenau reagiert, ohne dass man es mitbekommt. Fortschritt hat auch sein Gutes …

Corvette Grand Sport C7 Z06

Motor: LT1-V8
Hubraum: 6.162 cm3
Leistung: 343 kW (466 PS) bei 6.000/min
Max. Drehmoment: 630 Nm bei 4.600/min
Getriebe: 8-Gang-Automatik mit Schaltwippen
Antrieb: Hinterräder
Länge/Breite/Höhe: 4.514/ 1.965/1.239 mm
Gewicht: 1.677 kg
Sprint 0–100 km/h: 3,9 s
Top-Speed: 280 km/h
Grundpreis: 101.550 Euro
https://www.chevrolet.de

Fahrerfazit: Corvette C7 Grand Sport Z06

 

Marco Wendlandt, Herausgeber von GRIP – Das Motormagazin und TRÄUME WAGEN, Protagonist des DriveStyle, angefixt von allem, was Stil, Charisma und ordentlich Performance hat. On top Porsche und Mustang Klassiker, Offroad-Ikonen und alles, was dazu beiträgt, den ganz persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen. Marcos Spirit lebt in seinen Magazinen: Wir lieben Autos, Design und Technik. Aber vor allem die Menschen, die ihre Träume wagen. Wie machte sich der Grand Sport neben den beiden Musclecars?

„Mein Daily Driver ist ein 84er 911 Carrera, aber der Z06
hat mich auch ganz schön beeindruckt. Die Beschleunigung
ist einfach unglaublich! Diese Corvette ist ein sehr
hochwertiges US-Car, viel mehr als ein Musclecar, sie ist
ein Supersportwagen mit einem atemberaubenden,
eigenständigen Design. Klassiker oder Neuwagen? Wenn,
dann die neue Vette, die Performance ist einfach sehr
ausgereift und absolut rennstreckentauglich.“

 

Fahrerfazit: Shelby Super Snake Mustang

 

Klaus P. Borrmann, TV-bekannter Auswanderer, US-Car-Experte und erfahrener Direktimporteur von Klassikern und Neuwagen aus den USA, verfügt über ein Riesennetzwerk all over the world. Und über eine Menge Leidenschaft für Performance Cars. Außer CarGate48 in Kalifornien leitet er seit Anfang des Jahres auch Route-66 in Hamburg, seit 40 Jahren Spezialist für alles rund um US-Cars. Kann der Shelby Super Snake den mit allen Wassern gewaschenen US-Car-Profi vom Hocker reißen?

„Ich fahre privat ja alles mögliche, derzeit eine 2008er
Corvette. Der Shelby macht höllisch Spaß, wenn du ihn nach
vorne schießen lässt, ein geiles Spielzeug für große Jungs.
Als Spielzeug nebenbei wäre er auch eine Option für mich,
dann aber lieber der Klassiker, der alte GT 500, den bin ich in
den USA schon gefahren. Supertolle Karre!“

 

Fahrerfazit: Dodge Challenger Hellcat

 

Jens-Peter Sachau, Chef des Ralf Schumacher Kartcenter, eine der modernsten Anlagen Deutschlands. „Helm auf, Gehirn off“, was er oft genug auf der Bahn erlebt, gilt für ihn natürlich nicht. Außer den Spaß-Racern und sein Motorrad liebt JP vor allem echte Powercars, mit denen er den Rahmen der 600 Meter drinnen und 1.000 Meter draußen gerne auch mal verlässt. Hat es die Höllenkatze geschafft, den Beschleunigungs- und Driftprofi in ihre Klauen zu bekommen?

„Absolut! Am besten ist das unschuldige Aussehen! Fährt
man und gibt Feuer, kommt automatisch ein Grinsen auf die
Lippen. Walter Röhrl hat mal gesagt: `Beim Beschleunigen
müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zu den
Ohren hin abfließen …´ – das Gefühl hatte ich auch! Könnte
ich mir im Alltag durchaus vorstellen – als Klassiker.
Damit fällt man nicht gleich auf und hat doch mega Druck,
wenn es drauf ankommt.“

 

Autor: Marion Kattler-Vetter – Fotos: Sven Krieger
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