Heavy Metal hoch Zwei: Custom-Oldtimer aus der Sammlung von James Hetfield

Zehn Custom-Oldtimer aus der Sammlung von James Hetfield rockten das Petersen Museum. Im Rahmen der Hypercars-Ausstellung wurden Black Pearl, Zephyr Voodoo Priest und weitere One-offs zusammen mit einer Menge abgefahrener Metallica-Devotionalien präsentiert

 

Metallica? Ist Kult. Mit über 110 Millionen verkauften Alben ist die Heavy-Metal-Band aus Kalifornien seit den 80ern Trendsetter, Richtungsgeber und einfach nicht zu toppen. Ihre von Fans heißersehnte Australien-Tour im Herbst musste Metallica absagen,  Frontmann James Hetfield (56) kämpft mit Suchtproblemen und musste in Behandlung. Um so größer war die Begeisterung, als „Papa Het“ bei der Eröffnung der „Reclaimed Rust: The James Hetfield Collection“ im Petersen Automotive Museum in Los Angeles auftauchte. Dort waren zehn Customizer aus der illustren Sammlung des Automaniacs zu sehen, die normalerweise gut verschlossen in der Garage stehen. Für die Bereitschaft, ein paar seiner Hingucker zur Verfügung zu stellen, verlieh ihm das Museum den Ehrentitel „Founding Member“, der nur ganz besonders großzügigen Spendern zuteil wird.

Angesichts der unglaublichen Exponate wird klar, was Hetfield in seinem Song „Fuel“ beschwört: “gimme fuel, gimme fire, gimme that which I desire” – coole Karren, Custom Cars und alles, was rockt. Der Mann hat Benzin im Blut. Seit der Hype um die Band durch die Decke ging und sich auf dem Bankkonto bemerkbar machte, sammelt, restauriert, designt und hortet Hetfield alles, was noch rollt und sich als Basis für coole Hotrods und Restomods eignet. Die Rostlauben erleben unter Hetfields nut-to-bolt-Eingriffen ihre Wiedergeburt, freilich krass verändert und im besten Sinne customizt. Ungeachtet der Verletzungsgefahr seiner begnadeten Gitarrenhände schraubt der Meister mit Unterstützung renommierter Restomod-Spezialisten höchstselbst in seiner „Garage“, die eher einer Schatzkammer gleicht und für Neugierige unzugänglich ist. Warum also der Entschluss, zehn der Schönsten ins Licht der Öffentlichkeit im Museum zu zerren?

„Das Petersen ist das Beste, was du deinem Auto bieten kannst“, meinte der genesene Metallica Frontman aus tiefster Überzeugung bei der Ausstellungseröffnung am 30. Januar, „das ist ein historischer Moment für mich – fast so geil, wie ein neues Album vorzustellen.“ 

Zu sehen waren unter anderem ein 1937er Lincoln Zephyr, den Hetfield nach jahrzehntelangem Scheunendasein einem Vietnam-Veteranen abluchste. Die biedere Familienkutsche mutierte unter Hetfield und Designer Rick Dore zum cleanen Art Deco Lowrider “Voodoo Priest” mit gestreckter Silhouette, Weißwandreifen und Teardrop-Heck. Auch der 1934er Packard “Aquarius” kommt aus der Hetfield-Dore-Küche: Inspiriert vom 1939er Delehaye, baut das aus Alu bestehende Retro-Future-Car auf einer Drehplattform und ist der unumstrittene Rockstar der Ausstellung. Der 1948er  Jaguar “Black Pearl”, 1953 Buick Skylark “Skyscraper”, 1936er Auburn “Slow Burn“, 1936er Ford “Iron Fist”, 1937er Ford Coupé “Crimson Ghost” und der 1932er Ford Roadster “Black Jack” sind ebenfalls Kooperationen mit Rick Dore.

Obwohl die Dreamcars allesamt zu kostbar sind, um sie  auf öffentlichen Straßen zu fahren, hat Hetfield tatsächlich nicht wenige über kalifornische Pisten gescheucht und sogar seine Kinder damit zur Schule gebracht. Und was fährt der Metal Head sonst? „It´s a Tesla“, wispert er beinahe entschuldigend ins Mikro. Macht doch nichts. Nobody is perfect …

Text: Marion Kattler-Vetter – Fotos: Petersen Museum, James Hetfield

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