Petrolheads: 1963er Corvette Split Window von Vladi Riha

Vladi Riha ist meist mit dem Rennrad unterwegs. Doch nach einer anstrengenden Woche in seinem Geschäft steigt er gern in die Corvette Stingray Split Window und heizt damit durch Bremen

Ich steh auf alles mit Geschwindigkeit, sagt Vladi Riha. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Bremer eine Corvette sein Eigen nennt und nebenbei einer der schnellsten Radfahrer Deutschlands ist: Er hat bereits zahlreiche Siege und fast unzählige Platzierungen in Radrennen in ganz Europa eingefahren. Er gehörte 2007/2008 zu den erfolgreichsten auf der Rundstrecke, ist zweifacher deutscher Vizemeister im Straßenrennen (2016, 2019) und deutscher Bergmeister (2016). Dabei hatte er erst spät damit angefangen. „Nach Beendigung meiner Motorsportkarriere 1999 habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Etwas, das auch mit Geschwindigkeit zu tun hat. Rennräder haben mich schon immer interessiert und sportlich war ich schon von Kindheit an“, erklärt Vladi, der in Tschechien geboren und in Bremen aufgewachsen ist.

Seit 6 Jahren fährt der 46-Jährige allerdings nicht mehr hauptberuflich, sondern betreibt ein eigenes Radsportfachgeschäft – Riha Bikes. „Mir geht es wie vielen Leistungssportlern, die aufhören. Man hat so viel Freiheit genossen, man kann dann nicht mehr in einen Angestelltenjob“, erklärt Vladi, „Ich bin so happy mit meinem Laden. Und die Leute sind dankbar, gute Beratung zu bekommen.“ Anfangs hatte er noch daheim mit gebrauchten Rädern gehandelt, doch dann wurde die Nachfrage immer größer und er mietete sich einen kleinen Laden. Dort verkauft er heute vor allem hochwertige Räder. „Spezialisiert bin ich auf Einzelbauten. Mein teuerstes je verkauftes Exemplar lag bei 13800 Euro und war ein COLNAGO, bei dem alles aus Carbon war und welches mit einer elektronischen Schaltung ausgestattet war. Räder über 10000 Euro werden ab und an mal verkauft.“

Er selbst besitzt privat zur Zeit elf Räder. Im Alltag nimmt er für kleinere Strecken fast immer eins davon. Doch sobald er mal etwas mehr Zeit und Ruhe hat, setzt er sich in seine geliebte Corvette. „In meiner Jugend ist mir mal ein Auto aufgefallen, das mich von der Form begeistert hat. Als ich festgestellt habe, dass es eine Corvette C1 Cabrio ist, habe ich mich sehr mit Corvette auseinander gesetzt und beschäftigt. Seitdem bin ich ein Fan.“

Seit drei Jahren nennt Vladi sie sein eigen, eine Split Window. „Die mit der geteilten Heckscheibe wurde nur 1963 gebaut, nur etwa 10000 Stück gab es davon. Deswegen kostet jede Split Window immer locker 40000 Euro mehr als eine mit einfacher Scheibe.“ Davor hatte er eine silberne, die allerdings nicht alles original hatte.

Auch seine Freundin Carolin schwärmt für dieses Auto. Die 33-Jährige ist ebenfalls erfolgreiche Radsportlerin, mit etlichen Siegen und Platzierungen in der deutschen Rad-Bundesliga, 2019 wurde sie gerade deutsche Bergmeisterin.

„Ich übe das allerdings nicht hauptberuflich aus, als Frau ist das schwierig.“ Nebenbei arbeitet sie als Marketingkoordinatorin für den deutschen Markt bei einer holländischen Fahrradzubehörmarke und betreibt gemeinsam mit Vladi den Laden.

Carolin ist jedoch auch verliebt in den weiteren kleinen Schatz in der Garage: den  Fiat Abarth von 1971. Bei dem war es Liebe auf den ersten Blick. Den hatten die beiden zufällig auf der Messe in Bremen entdeckt. „Caro fand den so süß und dann habe ich ihn spontan einfach gekauft„, erzählt Vladi, „Und das liebt Caro auch so an mir, dass ich so spontan bin.“

Technische Daten Corvette C2

Baujahr: 1963
Motor: 5,4 Liter V8, 340 PS
Split Window

Text und Fotos: Daniela Grunwald

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