Pia: 1967er VW Karmann Ghia

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Pia: 1967er VW Karmann Ghia

Eigentlich gehört der Sonnyboy ja meiner Mama. Sie erlag dem Charme des Cabrios vor zehn Jahren. Angesteckt von der Oldtimerei meines Vaters wollte sie auch endlich einen Klassiker fahren. Und mich hat es im zarten Alter von acht gepackt. Was für eine vollendete Form, was für wunderschöne Rundungen! Auch wenn böse Zungen vom Hausfrauen-Ferrari und Sekretärinnen-Porsche reden – mir egal, der Ghia gehört zur Familie. Mehr Schein als Sein, aber das ist schon okay. Da Papa gern mal alles vorsorglich tauscht, was verschleißen könnte, bekam der Rote neue Kerzen, Kabel und Unterbrecher, die Benzinpumpe und den Anlasser überholte er selbst. Außer einer defekten Lichtmaschine gab es keine Beschwerden in den zehn Jahren. Er ist im Herzen eben ein Käfer, der läuft und läuft und läuft. Im Verkehr schwimmt er mit seinen 44 PS gut mit, viel mehr als 100 km/h sind nicht drin, die fühlen sich aber an wie 150. Egal, es macht einen Heidenspaß. Damit bei der Schule vorzufahren, ist schon was anderes als mit einem Aygo oder Getz. Vielleicht weckt er bei meiner Generation keine Assoziationen an Italien mehr, sondern eher ein Knuddelbedürfnis – aber er macht bestimmt so viel Spaß wie damals. Freude ist eben zeitlos.

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