Tribute to Eleanor: Shelby GT500 Tribute

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Tribute to Eleanor: Shelby GT500 Tribute

Wer kennt ihn nicht, den kapriziösen Shelby GT500 aus „Nur noch 60 Sekunden“, der Nicholas Cage seinen Millionendeal verhagelt. Mit einem noch aggressiveren, stärkeren und einzigartigen Eleanor Custom Built erweckt Coast Classics die Legende zu neuem Leben

 

Die 50 sieht man ihm nicht an. Und auch beim Fahren beeindruckt der 67er Shelby wie am ersten Tag. 620 PS drucken schneller Streifen auf die Piste als du schalten kannst. Bodennebel, zäh wie Zuckerwatte, verdunkelt in Sekunden die Sonne. Moment mal. 620 PS? Korrekt. An dieses Baby wurde Hand angelegt.

Dabei hat Carroll Shelby schon gut vorgelegt. Im Jahr 1964 beginnt die atemberaubende Erfolgsgeschichte und für viele Mustang-Fans endet sie eigentlich schon 1970. Vom ersten Mustang  hat Ford in nur sieben Jahren vier Generationen aufgelegt. Die meisten Mustang-Fans verehren allerdings ausschließlich die ersten beiden Varianten, also von 64 bis 66 und 67 bis 68, die auch in vielen Hollywood-Streifen für Furore sorgten. Nachdem Shelby der AC Cobra zum Legendenstatus verholfen hatte, frisierte er ab Ende 1964 die ersten Mustang. Zunächst implantierte er einen 4,7-Liter-V8 mit 306 PS, der in ähnlicher Form in der 289er-Cobra eingesetzt wurde – die Geburtsstunde des Shelby GT 350, den es zunächst als zweisitzige Fastback-Variante gab. Neben dem GT 350 kam 1967 der GT 500 mit dem Police Interceptor-V8, 428 cui Hubraum (sieben Liter) und 355 PS. Ab Anfang 1968 gab es den GT 500 mit 360 PS starkem 428er-Police Interceptor-V8, den später der 428er-Cobra Jet-V8 ersetzte. Neben dem Motorenwechsel zwischen den beiden Siebenliter-V8 änderte sich auch der Name des Topmodells von GT 500 in GT 500 KR. Inoffiziell soll er rund 400 PS geleistet haben.

Doch unsere Elli hat noch mehr unter der Haube. 7,9 Liter, um genau zu sein, eine angemessene Behausung für 620 Pferde. Der 67er GT513 ist kein Survivor, er wurde komplett gestrippt und neu aufgebaut, wobei ausschließlich erlesenes Material zum Einsatz kam. Das AMT Racing-Achtzylinder-Powerherz aus Aluminium kommt direkt von Shelby in Las Vegas und wurde mit Highend-Teilen perfektioniert. Kurbelwelle, Kolben, Ventile , Köpfe: alles vom Feinsten, von Scat, Edelbrock, Ross, Billet  und Holley. Ein Be Cool Kühlerventilator hält die Motortemperatur im sozialverträglichen Rahmen, und für absolute Freaks ist sogar ein Pro Fogger System an Bord, das auf Wunsch für zusätzliche Lachgasboosts sorgt. Wurde allerdings noch nie benutzt … Bei der Kraftübertragung gab es keine Experimente, hier arbeitet das bewährte Tremec T-56 6-Gang-Getriebe, das die Power sicher und sichtbar auf die Straße presst. Vierkolben-Wilwood-Bremsen verzögern die Fuhre verlässlich, unterstützt von 245er American Racing Shelby Wheels vorne und 275ern achtern.

So viel Mitgift macht souverän. Gurgelnd erwacht der Tribute zum Leben und brodelt mit sprotzendem Leerlauf vor sich hin. Während die Nackenhaare stramm stehen, will die V8-Legende satte Anfahrdrehzahl, sonst stirbt sie ab. Ebenfalls eine gute Basis für den Shelby-Trip sind durchtrainierte Waden. Der Pedaldruck der  Kupplung hat was von einer  vollgeladenen Beinpresse in der Muckibude. Abbiegevorgänge stählen dank kerniger Lenkkräfte die Armmuskulatur. Aber dann! Die Drehzahlnadel rast ungestüm nach oben – 5.000, 6.000, 7.000. Erster Gang, Drosselklappe weit aufgerissen, die Kupplung rückt schlagartig ein, Kraftschluss – die Hinterreifen stimmen ihr Hallelujah an. Bis in den dritten,  vierten Gang drehen die Räder beim Beschleunigen locker durch, die unbändige Kraft auf den Boden zu bringen fällt schwer. Die zahnstocherdünne Drehzahlnadel schlackert hektisch über die Skala. Roter Bereich bei Achtausend! Dem Reiz der Revs zu widerstehen, ist ebenso illusorisch wie in der Weihnachtszeit auf Lebkuchen zu verzichten. Ein gepflegter Burnout zu Ehren Shelbys muss sein. Es brüllt, es hämmert, es donnert – da sind sie wieder, die guten, alten Rennsport-Zeiten. Gummiabrieb riechen, V8-Donnern hören, die Kraftorgie sehen: der Muscle-Shelby geht im Dragster-Style hinten in die Federn und hebt stolz seine Nase in den Wind. Heavy Metal at ist best.

Wer sich genügend an der Performance berauscht hat, mag auch wieder das Outfit genießen. Der weiße Fastback mit blauen Shelby-Streifen ist mit schwarzem Leder ausgeschlagen, hat weder Schiebe-, Falt- noch Cabriodach und muss auch bei ABS, Airbag und Tempomat passen. Dafür gibt’s eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Soundanlage und das unbezahlbare Gefühl, in einem echten Unikat zu sitzen. Die Mühe hat sich gelohnt. Der Shelby von Coast Classics ist zwar kein originalgetreuer Survivor, dafür aber ein aufs Feinste customizeder One-off. Restomod wäre die falsche Bezeichnung, der 513 ist ein echter Tribute. Tribut an Eleanor. Und das Beste: Die neue Elli ist käuflich. Für 105.000 Euro wechselt die ganze Pracht in die heimische Garage. Inklusive Legendenstatus.

Wir danken Coast Classics in Estepona/Spanien für die freundliche Unterstützung

 

Autor: Marion Kattler-Vetter – Fotograf: Nico Meiringer
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