Editorial TRÄUME WAGEN 08/2014

Liebe Autosiasten,


Karten lesen statt Navi, vorausschauend fahren statt ESP, herunterge­­kurbelte Scheiben statt Klimaautomatik: Angesichts unserer Titelstory der drei Sindelfinger Klassiker, die nach rund vierzig Jahre währendem Aufenthalt in den USA ohne Rostfraß ihren Weg zurück in die Heimat gefunden haben, darf man sich durchaus einmal erinnern, wie man damals Anfang der Siebziger den Weg in den Urlaub angetreten hat.

Mit Luftmatratze, Super-8-Kamera und Wackel-Dackel auf der Hutablage und aus dem Becker Mexiko dröhnten die Les Humphries Singers, Frank Sinatra oder gar James Last. Gerne verstopften zudem Benz-Gespanne mit Wohnwagen die praktisch durchgängig zweispurigen Autobahnen; natürlich auf der linken Spur, denn ein Benz verfügte selbstverständlich über eingebaute Vorfahrt. Benz fahren, das war in den Siebzigern eben auch der Inbegriff der Spießigkeit.

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Editorial TRÄUME WAGEN 07/2014

Liebe Autosiasten,

auch wenn Sie es nicht sehen – wir kommen ins Schwitzen. Das liegt allerdings nicht am Wetter – hier bei uns in Hamburg wechseln sich Sonne und Regen schön regel-mäßig ab, und die Temperaturen laden auch nicht immer zu leichter Kleidung ein. Nein, wir kommen ins Schwitzen wegen der unglaublich vielen Events, die den Sommer über veranstaltet werden – und die wir teilweise selber auf die Beine stellen. Wir würden ja gerne bei jedem auswärtigen Oldie-Treffen dabei sein, aber das ist uns nicht vergönnt – denn wer sollte dann das Heft machen? Und wir würden auch gerne über alles berichten – aber dann wäre kein Platz mehr für neue Geschichten über spannende Menschen und Autos.
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Editorial TRÄUME WAGEN 06/2014

Liebe Autosiasten,

man möge es uns verzeihen – aber ein Mal, ein einziges Mal, haben wir unser Heft modell-lastig ausgelegt. Menschen, die einen Ford Mustang ignorieren, langweilig finden oder gar ablehnen, werden diesmal vielleicht nur halbglücklich (dabei sind Viper, Rallye-Golf, Jaguar und Saab auch nicht zu verachten, oder?). Aber diese amerikanische Ikone wird in diesem Jahr nun mal 50 Jahre alt, und wer, wenn nicht wir, ­sollte diesem „Everybody’s Darling“ 50 Seiten und mehr widmen?

Und wer glaubt, schon alles über das Pony Car zu wissen, wird sich wundern – wer nicht viel über Lee Iacoccas Erbe weiß, erst recht. Wir tauchen nicht nur unterhaltsam in die Entstehungsgeschichte hinab und liefern eine komplette Timeline, sondern fahren auch diverse Modelle; haben einen 17-Jährigen entdeckt, der seit vier Jahren einen Fastback der ersten Generation restauriert; widmen uns dem Mach 1 in allen seinen Ausprägungen; schauen, was an der oft so gescholtenen dritten Generation dran ist; besuchten die Jubiläumsfeiern in den USA; haben eine Frau in ihrem Roush Stage II ­begleitet – und vieles mehr.

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Editorial TRÄUME WAGEN 05/2014

Liebe Autosiasten,

es ist Frühling, die Oldies können wieder raus. Und was möchte der fahrtenhungrige Klassiker-Liebhaber? Neue, schöne Straßen erkunden. Das kann man mittels Landkarte tun, wie einst, oder aber mit mobilen Navigationsgeräten. Die sind klein, praktisch und – mangelhaft.

Ja, leider: Es gibt zwar eine Funktion „Mautstraßen vermeiden“, und es gibt auch eine Funktion „unbefestigte Straßen vermeiden“, vielleicht auch noch „Mautstraßen vermeiden“, aber was es nicht gibt, ist die wichtigste Funktion aller Oldtimerpiloten: „Attraktive Nebenstrecken" wählen.

Wir haben da ein ganz konkretes Beispiel: Oldtimertreffen Ellringen. Vom Sitz unseres Verlages, der Mitte Hamburgs, gut 70 Kilometer entfernt. Man kann über Autobahnen in knapp einer Stunde dort sein, man kann aber auch die Tour zum Ziel machen und in zweieinhalb Stunden entlang wunderschöne Landstraßen direkt an der Elbe nutzen. Aber nicht mit Navi. Denn das will uns ständig die Schnellstraßen aufzwingen. So müssen wir entweder mühsam Zwischenziele eingeben, per Landkarte fahren oder uns ärgern, schon wieder weg von der idyllischen Nebenstrecke geführt worden zu sein.

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Editorial TRÄUME WAGEN 04/2014

Liebe Autosiasten,

es war wieder angerichtet – in Essen. Zwei Dinge sind uns bei der Techno Classica aufgefallen – negativ und positiv. Negativ: die Preise. Sorry, manche Händler haben einfach einen Nagel im Kopf, und man kann nur hoffen, dass niemand diese Mondpreise bezahlt. Eine Ente für 25.900 Euro? Ein Lotus Elan für 100.000 Euro? Ein 911 für 425.000 Euro? Vielleicht will der eine oder andere ja gar nicht verkaufen – dann würden wir dafür plädieren, ein Schild "Unverkäuflich" ans Auto zu heften. Da kann man sich wenigstens das Auto in Ruhe und mit Freude ansehen, ohne sich aufregen zu müssen.

Positiv: Autos mit Patina sind im Kommen. Da waren herrliche Klassiker, die mit Beulen, abgeschrammtem Lack und Rissen im Leder ihre Geschichte erzählen.

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