Editorial TRÄUME WAGEN 03/2015

Liebe Autosiasten,

manchmal kann man einfach nur verdammt sauer werden. Zum Beispiel, wenn jemandem der Oldtimer geklaut wird. Mal abgesehen von Werten und Geld verliert der Besitzer auch etwas, was ihm ans Herz gewachsen ist – samt vieler Erinnerungen und Erlebnisse.
Jüngst ist es dem Besitzer eines Maserati 3500 GT Spyder, Baujahr 1961, so ergangen – amtliches Kennzeichen K-JD 58 H,  Identifizierungsnummer 101.1171, Motornummer 822, Karosserienummer 31. Das Auto stand eines Nachts Anfang März noch auf seinem Tiefgaragenstellplatz in Köln-Marienburg, am nächsten Morgen war es weg. Es kann sich wohl jeder, der selbst so einen Schatz hegt und pflegt, den Schock des Besitzers vorstellen.

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Editorial TRÄUME WAGEN 02/2015

Liebe Autosiasten,
Sie kennen sich mit Klassikern aus – sonst würden Sie wahrscheinlich nicht
noch tiefer in die Materie einsteigen wollen, zum Beispiel als Leser der
TRÄUME WAGEN. Wir, die wir mit großer Freude das Heft machen, kennen
uns vielleicht noch nein bisschen besser mit Oldies aus – weil wir täglich damit
zu tun haben, weil wir viele verschiedene Klassiker bei vielen verschiedenen
Anlässen fahren dürfen. Aber wie die Autosuche und der Autoverkauf bei Profis
– gerade im Hochpreissegment – tatsächlich funktioniert, bleibt auch uns oft
verborgen. Schließlich lassen sich nur wenige Käufer und Verkäufer gerne in
die Karten schauen, wenn es um hohe Summen geht. Weiterlesen

Editorial TRÄUME WAGEN 01/2015

Liebe Autosiasten,

freuen Sie sich auf das Jahr 2015? Wir als Klassiker-Fans erwarten es mit einem großen lachenden und einem kleinen weinenden Auge. Lachend deshalb, weil uns den Endverbraucher teuer kommende, hauptsächlich der Industrie helfende Reifendruckkontrollsysteme, wie sie Neuwagen besitzen müssen (Pflicht seit November), erspart bleiben – zumindest noch. Und auch, weil wir unsere Oldies nicht mit dem Notfall-Sensor e-Call ausrüsten müssen (ab Oktober Pflicht für Neuwagen). Und weil wir beim Umzug unsere Kennzeichen behalten dürfen – das spart zwar nur das Geld für ein neues Kennzeichen (Ummelden ist aber nach wie vor notwendig), aber so manchem Oldie-Fan ist sein
altes Wunschkennzeichen heilig. Und auch um Euro 6 müssen wir uns nicht kümmern – Abingdon 0, Zuffenhausen 0 oder Maranello 0 schmeißen immer noch weniger Abgase raus als jedes moderne Auto, weil die Verursacher viel weniger gefahren werden.

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Editorial TRÄUME WAGEN 13/2014

Liebe Autosiasten,

wir haben ein neues Redaktionsmitglied (siehe Seite 50), und wir sind ziemlich stolz drauf: Gestatten, Range Rover, Baujahr 1988. Frisch aus den USA. Halber Kilometermillionär, ganz rostfrei, teilweise Lack weggebrannt von der kalifornischen Sonne. Die Kiste ist einfach geil.

Nicht nur, weil 88 das erste Baujahr ist, in dem der Range Rover in Amerika zu kaufen war. Nicht nur, weil er einen V8 unter der Haube hat – wie Sie wissen, stehen wir V8-Motoren insgesamt recht nah. Nicht nur, weil der alte Range eine Form hat wie ein geworfenes Paket und hochbeinig ist wie Brigitte Nielsen. Nein, sondern weil wir ihn – mit viel Mühe – Ken Fritz abgeschwatzt haben. Sie kennen Ken Fritz nicht? Wir vorher auch nicht, aber es war gut, ihn kennenzulernen. Ken Fritz ist Armeeveteran, Hubschrauberpilot, Rennfahrer, und als solcher wohl der penibelste Autoversorger, der uns in unserer langen Karriere in der Autobranche untergekommen ist. Nur durch seine Fürsorge ist der Range Rover in so einem unglaublich originalen Zustand, und wir mussten ihm versprechen, mit seinem alten Range gut umzugehen.

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Editorial TRÄUME WAGEN 12/2014

Liebe Autosiasten,

da standen wir doch vor kurzem vor zwei Autos und kamen ins Grübeln. Beide wunderschön, beide alt, beide mit viel Chrom. Und doch ganz verschieden: ein Mercedes SL 190 von 1959 und eine Corvette, Baujahr 1959. Der Deutsche: edel, aber mit seinen noch leicht barocken Formen vielleicht ein bisschen verstaubt, um nicht das Wort „bieder“ zu benutzen. Der Ami: nicht von diesem Stern – spacig, nahezu abgehoben, nicht von dieser Welt. Wie müssen sich eigentlich Deutsche gefühlt haben, die damals zum ersten Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden setzten und statt Isetta, Käfer und Opel Olympia rund 350 PS in Sechsmeter-Cabrios, V8-Motoren und elektrische Hardtops als
Standard erlebten? Vielleicht wie heute ein Handwerker im Silicon Valley?

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