Minden: Eldorado für US-Klassiker Eine Göttin zum Niederknien – Citroën DS Tissier Vergessene Stilikone – Maserati Khamsin STYLE FAKTOR P5 – Ford Taunus P5 TS Hardtop Coupé Abarth – und der Vogel fliegt Hollywood Hot Rods Mustang GT 550 Eleanor – Eine Frage des Kleingelds

Editorial TRÄUME WAGEN 04/2014

Liebe Autosiasten,

es war wieder angerichtet – in Essen. Zwei Dinge sind uns bei der Techno Classica aufgefallen – negativ und positiv. Negativ: die Preise. Sorry, manche Händler haben einfach einen Nagel im Kopf, und man kann nur hoffen, dass niemand diese Mondpreise bezahlt. Eine Ente für 25.900 Euro? Ein Lotus Elan für 100.000 Euro? Ein 911 für 425.000 Euro? Vielleicht will der eine oder andere ja gar nicht verkaufen – dann würden wir dafür plädieren, ein Schild "Unverkäuflich" ans Auto zu heften. Da kann man sich wenigstens das Auto in Ruhe und mit Freude ansehen, ohne sich aufregen zu müssen.

Positiv: Autos mit Patina sind im Kommen. Da waren herrliche Klassiker, die mit Beulen, abgeschrammtem Lack und Rissen im Leder ihre Geschichte erzählen.

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Editorial TRÄUME WAGEN 03/2014

Liebe Autosiasten,

die Erlebnisse unseres Redakteurs Jens Tanz (siehe „Tanz ums Auto“, Seite 178) hat – als er sie in der Redaktion erzählte – zu den typischen Reaktionen geführt: „Das ist mir auch passiert...“ Er ist tatsächlich nicht der einzige, der erleben musste, dass ein Fahrer eines modernen Autos persönlich beleidigt war, als ein Oldtimer ansetzte, ihn zu überholen. Wie bitte? Kann das wahr sein?

Ob es daran liegt, dass wir zu oft von „Entschleunigung“ schwärmen, wenn wir über Oldies schreiben? Oder dass man Oldiefahrern generell unterstellt, Zeit ohne Ende zu haben? Dann wollen wir hier mal etwas gerade rücken: Wir fahren unsere alten Autos auch mal, wenn wir zu einem Termin müssen – weil die Klassiker gefahren werden müssen, weil wir es gerne tun und weil wir es oft tun wollen. Und nicht alle Oldies haben einen zweifellos durchzugsschwachen 34-PS-Boxer im Heck – es sind durchaus ein paar große Vierzylinder, seidige Sechszylinder und bullige V8 dabei, ganz zu schweigen von den potenten Zwölfern. Und einige von uns fahren sogar – na sowas – Youngtimer als Alltagsautos.

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Editorial TRÄUME WAGEN 02/2014

Liebe Autosiasten,

alles schon gesehen? Manchmal überraschen uns Freunde mit der Frage, ob nicht so langsam über alles und jeden in der Oldtimerbranche schon mal geschrieben wurde. Ob es genug Themen gibt, jeden Monat ein Heft zu füllen. Ob nicht irgendwann mal die Ideen ausgehen.

Wie bitte? Beispiel Automessen für Klassiker – warum entern denn jährlich Zigtausende die diversen Shows, zum Beispiel in Bremen, Stuttgart, Essen und Paris? Alleine Bremen verzeichnete in diesem Jahr einen Besucherrekord: 45.000 Menschen strömten zur Bremen Classic Motorshow, dem wunderbaren Jahresauftakt der deutschen Klassik-Szene. Das waren so viele wie noch nie. Abgesehen davon, dass die Messe übersichtlich ist und sich mit Präsentationen von Händlern, Clubs, und Sonderschauen bis hin zu alten Bikes und Fahrrädern sowie den unzähligen, hochwertigen Teilemarktständen (antiquarisch und Neuteile) extrem bunt zeigt, locken auch Privatleute viele Schaulustige, weil sie im Parkhaus von der fertiggeliebten Corvette bis zum High-End-Benz alles anbieten, was mit den Reifen scharrt, um bald wieder auf der Straße zu fahren. Hier ist nicht nur jedes zweite Auto eine Geschichte, sondern eigentlich auch ihre Besitzer. Und in den Hallen stehen seltene Wirtschaftswundervehikel, lange nicht erblickten Ford Granada in wunderbarem Zustand bis zum noch niemals vorher gezeigten Napier 60hp, einen von nur drei jemals gebauten Rekordwagen aus dem Jahr 1907. Alles schon gesehen?

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Editorial TRÄUME WAGEN 01/2014

Liebe Autosiasten,

auch wir als Fans klassischer Fahrzeuge stehen einer Elektronikmesse wie der CES in Las Vegas offen gegenüber. Da werden Systeme vorgestellt, mit denen Autos auf Knopfdruck völlig eigenständig einparken und auch das dazu nötige Hin- und Her-Schalten selbst übernehmen – gut für alle Autofahrer, die sich täglich über diejenigen ärgern, die es immer noch nicht selbst können; da werden Uhren vorgestellt, die dem Besitzer zum Beispiel eines BMW i30 überall mitteilen, wie viel Saft noch in seinem Stromer steckt – gut für alle Autofahrer, die nicht hinter vergesslichen E-Car-Besitzern hängen bleiben, weil jene dank Elektronik immer wissen, dass 80 Kilometer Reichweite nicht genug sind für eine Fahrt zur Oma und zurück; da gibt es immer billiger werdende 3D-Drucker – gut für alle Oldiefahrer, die keine Ersatzteile mehr bekommen und sie jetzt zu Hause selber bauen können. Aber eine Nachricht hat uns dann doch geschockt: In Deutschland könnte sich laut Branchenverband Bitcom jeder dritte Bundesbürger vorstellen, künftig ein selbstfahrendes Fahrzeug, wie es auf der CES propagiert wird, zu nutzen. Das entspricht rund 26 Millionen Bundesbürgern.

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Editorial TRÄUME WAGEN 13/2013

Liebe Autosiasten,

es kommt nicht oft vor, dass sich der Klassikerfreund am Ende eines Jahres auf das nächste freuen kann – normalerweise wird alles, was mit Oldtimern zu tun hat, teurer, seltener, schwieriger. Aber diesmal gibt es eine gute Nachricht: Ab dem 1. Januar 2014 ist endlich auch in Deutschland eindeutig definiert, was „Sammlerfahrzeuge“ sind und somit der Einfuhrumsatzsteuer von nur sieben Prozent unterliegen. Bislang wurde der Begriff in EU-Ländern unterschiedlich ausgelegt – zum Beispiel in den Niederlanden sehr locker, in Deutschland sehr streng. Unsere Behörden haben Autos „von geschichtlichem oder völkerkundlichem Wert“ nicht wirklich erkannt. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, die Definition ist klar: Die Fahrzeuge müssen mindestens 30 Jahre alt sein und sich in ihrem Originalzustand befinden. Instandsetzung und Wiederaufbau sind zulässig, modernisierte oder umgebaute Fahrzeuge sind ausgeschlossen. Außerdem müssen Sammlerfahrzeuge einem nicht mehr hergestellten Modell oder Typ entsprechen. Dazu gehören auch Autos, die nachweislich bei einem geschichtlichen Ereignis im Einsatz waren wie Rennwagen, die bedeutende sportliche Erfolge errungen haben. Übrigens: Auch Teile und Zubehör werden hier eingereiht, sofern es sich um Originale handelt, ihr Alter mindestens 30 Jahre beträgt und sie nicht mehr hergestellt werden.

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